Aktuelles Thema 2011/2012: Bauernhof
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Im Aktion Kindergarten ist das ganze Tun und Treiben im Kindergartenalltag immer einem großen Thema unterstellt. „Das sollen jahreszeitenunabhängige Themen sein, die die Kinder interessieren und mit denen sie etwas anfangen können.“ erklärt Steffi Voß, Erzieherin der Elterninitiative, das Konzept. „Oft kommen die Themen durch die Kinder zu uns. Aber manchmal lenken wir sie auch in eine bestimmte Richtung, denn wir wollen ja unser Kernelement, die Schulung der sozialen Kompetenz, ja nicht aus den Augen verlieren.“ sagt Susanne Slomma-Kahlenberg, Leiterin der Einrichtung. Dann wird das Motto, das z.B. „Rotenburg-wir kommen!“, „Zwerge“ oder „Zirkus“ lauten kann, solange bespielt, wie die Kinder mögen. Das kann zwischen 8 Wochen und einem ganzen Jahr variieren. „Die Dauer einer Aktion lässt sich schwer vorher sagen. Es hängt ganz viel davon ab, ob und wie lange die Kinder und wir Ideen dazu entwickeln. Und manchmal wundert man sich: Themen, die wir zunächst für gar nicht so ergiebig hielten, entpuppten sich als echte Dauerbrenner, wenn den Kindern zum Beispiel während der „Zwergenzeit“ einfällt, dass sie unbedingt eine Zwergenschule brauchen oder professionell Edelsteine in der Sandkiste abbauen sollten. Solche Projekte brauchen zeitlich viel Raum, und den gewähren wir unseren Schützlingen gern, solange die Mehrheit mitzieht.“ berichtet Susanne Slomma-Kahlenberg. Ein gut erspielbares Motto hält auch derzeit die Gruppe in der Rudolfstraße in Atem. „Bauernhof“ heißt es und bietet bereits seit Monaten ausreichend Stoff zum Erlernen und Erfahren. Zunächst galt es, ein Bauernhaus aus Pappe zu gestalten. Andere Bereiche des Kindergartens wurden zeitweise in Stallungen umgewandelt. Mit der Pappkuh „Emma“, die auf der grünen Teppichweide grasen durfte, zogen auch die „Milchwochen“ ein. Hier lernten die Kinder alles über die nützlichen Schwarzbunten und was sich aus ihrer guten Milch zaubern lässt. „Mmmmh – Milchreis!“ schwärmt die kleine Alina noch heute. „O wie klötert das in meinem Butterfass.“ erinnern sich Lasse und Katharina singend an die Schüttelaktion, die aus Schlagsahne Butter machte. In zahlreichen Im Morgenkreisen wurde von „Mama Muh“ oder „Gottfried“, dem fliegenden Schwein vorgelesen, und seit der Adventsfeier kann jedes Kind nicht nur zahlreiche Tiergedichte rezitieren, sondern auch noch mit einem eigenen „Gottfried“ aus rosa Stoff kuscheln. Oder Theater spielen. Je nach Temperament. Und dann, an einem kühlen Donnerstagmorgen vor Weihnachten kam auch noch ein richtiges Gutspferd in das Bauernhofensemble. Hoch zu Ross können nun die Lütten ihren Kindergarten im Außenbereich beackern. Auch wenn die Gruppe thematisch vielleicht demnächst zu neuen Ufern aufbricht, wird das Holzpferd noch lange an eine wunderbare Bauernhofzeit erinnern. Der Aktion Kindergarten besteht nun schon seit 40 Jahren in Rotenburg, was am 7.Juli gefeiert werden soll. Nähere Informationen dazu erhalten Sie in den kommenden Monaten. |
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Aktion Kindergarten wagt den Drahtseilakt
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„Rotenburg – wir kommen!“ heißt die launige Überschrift dessen, was die Kinder vom Aktion Kindergarten in der Rudolfstraße seit einigen Monaten so treiben. Zu diesem Thema gehörte u.a. die Erkundung der Heimatstadt in ausgedehnten Spaziergängen, Besichtigung der Überreste der roten Burg und ein Besuch beim Bürgermeister im Rathaus. Und nun könnte ja auch noch ein Zirkus in die Stadt kommen?
Der rote Vorhang wackelt. Schlingel vom Mitmach-Zirkus Wanjanini spielt die ersten Takte auf ihrem Akkordeon. Die Kinder sitzen ordentlich aufgereiht um die Manege herum und kichern in froher Erwartung dessen, was sechs ihrer Kindergartenkollegen gleich, wenn der Vorhang beiseite geschoben wird, vorführen werden. Groß werden die Augen im gelb-blauen Licht des Zirkuszeltes als die bunt verkleideten Jungartisten aufgestellt werden und mit Tüchern, Bällen und Ringen zu Jonglieren beginnen. Klar, fällt mal auch ein Ball daneben und man muss ihm hinterher setzen, damit er nicht ins Publikum rollt, aber was macht das schon? Schließlich haben die Knirpse erst drei Minuten Bühnenerfahrung – und dafür klappt es schon erstaunlich gut. Und der Applaus lässt auch nicht lange auf sich warten.
Zirkus –zwar ohne Tiere aber mit viel Körpereinsatz – da steckt für die Kinder echtes Potential drin! Dass selbst die Dreijährigen der Gruppe mit einem rotierenden Teller in der Hand auf dem Boden herum rollen können ohne ihn fallen zu lassen, erstaunt sogar die Kindergartenleiterin Susanne Slomma- Kahlenberg. „ Bei so einem Zirkusprojekt lernen die Kinder viel mehr über Bewegung und Sozialverhalten als es bei normalen Spielen der Fall ist. Und das trifft genau unseren Kindergarten-Schwerpunkt! Eigentlich sollte man das ins feste Programm übernehmen.“ überlegt sie. „Und in so einem Glitzerkostüm macht das ja auch gleich was her!“ freut sich Steffi Voß, die zweite Erzieherin des Kindergartens.
Seit 1996 bietet der Zirkus Wanjanini in der Nähe des Weichelsees Mitmachkurse für Kinder und Jugendliche an. „Wir passen unser Programm den Altersklassen an.“ erklärt Schlingel, die selbst über das Jonglieren und einen entsprechenden VHS Kurs zur Akrobatik kam. „Wir haben eine ziemlich gute Ausstattung, die auch die Größeren vor Herausforderungen stellt, und anschließend eine richtig sehenswerte Show ermöglicht.“ Und während Schlingel die Kinder, eins nach dem anderen, über das Drahtseil führt, legt sie wohl so manchen Grundstein für die Liebe zum Zirkus.
Eine richtig tolle Rotenburger Zirkusvorstellung haben die Kindergartenzwerge auch auf ihrem diesjährigen Sommerfest hingelegt. Und die Anregungen aus dem Zirkus Wanjanini waren dabei bestimmt das Tüpfelchen auf das I.
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Lernwerkstatt - wie man mit kleinen Dingen Großes lernt
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Nebenan entbrennt eine lautstarke Diskussion darüber, ob Carlo noch weitere Fensterbausteine bekommen darf oder nicht, schließlich braucht Nina für ihren Hubschrauber auch noch mindestens zwei.
„Niemand darf niemandem etwas wegnehmen!" kräht Lias über alle hinweg. „Ja genau!" schließen sich noch zwei bis eben unbeteiligte Knirpse an: „Niemand darf niemandem etwas wegnehmen!" schallt es nun unisono durch den Kindergartenraum. Rhythmisch untermalt vom Hämmern des Dachdeckers auf dem Dach des Aktion Kindergartens, der gerade heute die trockenen Vormittagsstunden zur Reparatur eines Lecks nutzt. Dennoch ist es hier im Zimmer neben dem Hauptraum erstaunlich ruhig. Die Sonne bringt die roten Vorhänge zum Leuchten und wenn man genau hinhört kann man sogar - neben dem ganzen anderen Krach - einige Meisen zwitschern hören. Fünf Kinder arbeiten hier konzentriert für sich. Freitags wird in diesem Kindergartenzimmer immer etwas Besonderes aufgebaut: eine Lernwerkstatt. Bestehend aus fünf Arbeitsplätzen, die räumlich voneinander abgetrennt sind, so dass ungestörtes Ausprobieren ohne Ablenkung möglich ist. An einem Platz liegen weiße Plastikeier in einer Schale, eine Holzgrillzange und Pappringe daneben, an einem anderen zwei starke Magnete und eine Schüssel voller Nägel. Am dritten Tisch befindet sich eine Pipettflasche mit Wasser, eine hölzerne runde Labyrinthscheibe und ein Geschirrtuch, schräg gegenüber finden ein aufgeschnittener Tennisball und Glasmurmeln ihre Position. Am fünften Tisch befinden sich eine Kerze, acht Streichhölzer, eine Schale mit Wasser und eine für die abgebrannten Feuerstäbchen. Und es gibt eine Menge Regeln in diesem Raum. Alle Kinder müssen sie bei Betreten noch einmal aufsagen: es wird ruhig ausprobiert, die Dinge bleiben am Arbeitsplatz, wenn man die Station wechseln möchte, die neue aber noch von einem Kind besetzt ist, fragt man höflich, nimmt eine ruhig ausgesprochene Absage aber ohne Murren hin, denn jeder ist mal dran und bei der begehrten Kerzenstation ist nach acht Streichhölzern sowieso Schluss. Jeder verlässt seinen Platz aufgeräumt.
Es gibt zwar immer eine Erzieherin aber keine Anleitung, keine Hilfe, keine Bewertung. „Oh, das war am Anfang sehr schwer für mich." gesteht Susanne Slomma-Kahlenberg, Leiterin des Aktion Kindergartens „die Finger einfach mal raus zu lassen und KEINE Anregungen zu geben. Aber was man dann zu sehen bekommt und wie viele unterschiedliche Ideen in den Kindern stecken, das belohnt und fasziniert einen immer wieder."
Erstaunlich auch, wie gut sich die Kleinen an die Regeln hier halten. Pökse, die gerade eben noch imstande waren, ein Spielzeug aus der Hand eines anderen Kindes zu reißen und es anschließend auf dem Kopf ihres Spielgefährten zu platzieren, ordnen hier ohne weiteres das Material an seinen Platz zurück und beklagen sich nur ganz leise, dass ihre Streichhölzer aufgebraucht sind. Auf die Frage, welcher Arbeitsplatz ihnen am besten gefallen habe, antworten fast alle Kinder – sogar die dreijährige Finja, die heute Vormittag feststellen konnte, wie heiß ein zu lange brennendes Streichholz am Finger werden kann - mit kleinen Sternen in den Augen: „Die Kerze!!"
Aber auch die anderen Stationen haben ihre Reize. Man sieht es an den aufmerksamen Gesichtern, die der Sache kompromisslos zugewandt sind, der ruhigen Selbstvergessenheit, mit der Marieke Wassertropfen tröpfelt oder Lasse den Umgang mit der Grillzange übt. Die Kinder befinden sich im „flow", würde der Psychologe sagen, das Gefühl eins zu sein, mit dem was man tut. Übrigens eine wichtige Grundlage, um im Leben Glück erfahren zu können. Na, und wenn DAS kein lohnendes Ergebnis einer Lernwerkstatt ist: Glücklich sein während oben der Hammer aufs Dach kracht?
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